To see a world in a grain of sand
Juni 9, 2008
Ein kleines Mädchen in roten Gummistiefeln. Sie tapert auf die flache Pfütze zu. Setzt vorsichtig Füße und Stiefel hinein. Beugt den Oberkörper, stützt die Hände auf die Knie, geht ein bisschen in die Hocke und schaut nach unten. Auf das andere Element, das kalt durch ihre Stiefel zu spüren ist. Auf ihr Spiegelbild, ihr Gesicht, mit dem Himmel dahinter. Eine Welt. In einer Pfütze.
Ich liebe es sehr, dieses kleine Mädchen. Ich habe es vor einigen Wochen hier, vor meinem Haus, gesehen. „Beobachtet“ kann man nicht sagen: Ich bin es. Ich weiß noch, wie es war… Den Fuß im Stiefel in eine kalte niederrheinische Pfütze zu halten und nicht nass zu werden. Was ich damals nicht wusste, aber jetzt weiß: Die Pfütze enthielt die Welt. Den Himmel. Alles. Mich.
Selbstzweifel
Mai 17, 2008
Der Dichter als komischer Vogel, Stimmenimitator, Papagei. Wünscht sich, kein Risiko einzugehen und ein möglicherweise taubes Ei unauffällig zu bebrüten. Hat das Fliegen darüber vollkommen vergessen.
L’Étranger
Februar 20, 2008
-Qui aimes-tu le mieux, homme énigmatique, dis? ton père,
ta mère, ta sœur ou ton frère?
-Je n’ai ni père, ni mère, ni sœur, ni frère.
-Tes amis?
-Vous vous servez là d’une parole dont le sens m’est resté
jusqu’à ce jour inconnu.
-Ta patrie?
-J’ignore sous quelle latitude elle est située.
-La beauté?
-Je l’aimerais volontiers, déesse et immortelle.
-L’or?
-Je le hais comme vous haïssez Dieu.
-Eh! qu’aimes-tu donc, extraordinaire étranger?
-J’aime les nuages… les nuages qui passent… là-bas… là-bas…
les merveilleux nuages!
Charles Baudelaire, Le Spleen de Paris. 1860 (1869).
Via: PoetryX