Herbstnachmittag am Dreiländereck

September 26, 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Mein Lieblingsplatz zum Schreiben und für die Tagedieberei ist an der Lohmühlenbrücke, am Dreiländereck, wo Treptow, Neukölln und Kreuzberg zusammenstoßen. Hier am Landwehrkanal, im ehemaligen Grenzstreifen, gibt es sommers einen der schönsten Sonnenuntergänge der Stadt (und ich stelle mich auch auf die Modersohnbrücke und sage das!). Und vor allem: hier hat man seine Ruhe. Meistens jedenfalls. Vier Bänke stehen sich hier paarweise gegenüber, ideal für Möchtegern-Literaten, Tagediebe und alle Existenzen dazwischen. Hier habe ich im Frühsommer so manchen späten Morgen schreibend verbracht. Heute aber ist der Platz an der Sonne von dem grotesk dicken, vielleicht kranken älteren Herrn besetzt, den man hier oft sieht. Meist mit Fahrrad, manchmal auch mit einem Elektrorollstuhl, mit dem man auch über den Golfplatz fahren könnte. Immer sitzt er ohne T-Shirt in der Sonne. Heute sogar nur in Unterhose. Die Sonne hat seine Haut schon in einem satten Terrakotta getönt. Zum Glück hat er heute wenigstens nicht seinen Ghettoblaster mit den Schlagertapes dabei. Der gute Platz ist also weg, ich setze mich an die Ufermauer, direkt an das Wasser des Landwehrkanals.

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