Wer war’s? (Folge 1)

Januar 14, 2007 § Ein Kommentar

Zu Lebzeiten war der gesuchte Schriftsteller, Dichter und Maler zwar populär, vor allem bei jungen Leuten, wurde aber nicht als seriöser Schriftsteller gesehen. Erst später wurde er in den Kanon aufgenommen. Er stammt aus den eher ärmlichen Verhältnissen: seine Eltern waren Einwanderer aus dem Nachbarland. Bis er sechs Jahre alt war, konnte er die Sprache des Landes, in dem er lebte, nicht sprechen.

Über Stipendien konnte er später – er war ein talentierter Sportler – gute Schulen und Hochschulen besuchen. Während seiner Studienzeit in der kulturellen Hauptstadt des Landes freundetet er sich mit zwei anderen Schriftstellern an, die mit ihm zusammen als die wichtigsten ihrer Generation gelten.

Ein anderer Freund ist nicht so berühmt geworden, bildet aber nichtsdestoweniger wichtige Inspirationsquellen, nicht nur für die Bücher des Gesuchten: jung, gutaussehend, ein Frauenheld und manischer Herumtreiber, der eine Art emotionales Zentrum und Anregung für den ganzen Kreis von Künstlern und Bohèmiens bildete. Er schrieb selbst, hat aber kaum vollendete Texte hinterlassen. Seine Einbildungskraft, Spontaneität und unerschöpfliche Energie und Ruhelosigkeit machten ihn aber zum Vorbild.

Der Stil des hier Gesuchten ist genauso ruhelos, eben so, wie es seine legendären Reisen quer durch den Kontinent waren. Seine Schreibweise der „spontanen Prosa“ ist vom Jazz genauso beeinflusst wie von buddhistischer Atemmeditation: „Die wahre Geschichte der Welt im inneren Monolog erzählen.“ Entgegen seiner Poetik hat er seine überbordenden Texte aber wohl oft redigiert und umgeschrieben.

Das Leben seines bereits erwähnten Freundes und Reisegefährten entsprach dem Ideal des Dichters; er hat ihn in seinem bekanntesten Buch verewigt: „Die einzig wirklichen Menschen für mich sind die Verrückten, die verrückt nach Leben sind, verrückt nach Gesprächen, verrückt danach, gerettet zu werden, die alles auf einmal wollen, die niemals gähnen oder etwas Alltägliches sagen, sondern brennen, brennen, brennen, wie ein wunderbares gelbes Feuerwerk, das spinnengleich vor dem Himmel explodiert.“ Wer war’s?

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