Wer war’s? (Teil 4)

Dezember 1, 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf der Homepage der Poetin und Musikerin wird man von einem Bild und Zitaten eines englischen Künstlers begrüßt.* Dieser Visionär hat viele Dichter und Musiker der Nachkriegszeit (und davor) beeinflusst; auch unsere Heroine hat ihm einen Song gewidmet. Einen Teil ihrer Jugend verbrachte sie im Ausland, in Europa. Dort begann sie in den Sechzigerjahren auch mit dem Schreiben. Ihre Mutter war tief religiös und auch in den Texten der Künstlerin finden sich immer wieder biblische Motive. Mit sechzehn beginnt sie in einer Fabrik zu arbeiten. Es sind harte Monate: Nach einer Schwangerschaft gibt sie ihr Kind zur Adoption frei. Kurze Zeit später bricht sie eine Ausbildung als Lehrerin ab. Danach zieht sie in die intellektuelle Hauptstadt ihres Heimatlandes und begegnet dort einem berühmten Fotografen, dessen Freundin und zeitweilige Geliebte sie wird (obwohl dieser eigentlich Männer liebt). Die beiden sind in der Kunst- und Bohèmeszene der Stadt unterwegs und leben eine Zeit lang im berühmten Chelsea Hotel.

Ihr Freund der Fotograf finanziert der jungen Frau auch die ersten künstlerischen Gehversuche als Musikerin, oder vielleicht kann man sagen: Vokalistin, da sie sowohl singt als auch spricht. Ihre erste Veröffentlichung ist eine Single; auf der A-Seite beschreibt die Künstlerin ihre deprimierende Zeit in der Fabrik und ihre „Erlösung“ durch ein Buch: Arthur Rimbauds Illuminations, das sie in einem Buchgeschäft hatte mitgehen lassen. Auf der B-Seite interpretiert sie einen Rock-Standard und spricht einen provokativen Text, in dem es um die Entführung einer Millionärstochter durch eine radikale Organisation geht. Bald darauf erscheint das Debütalbum – mit einem Porträtfoto der jungen Frau auf dem Cover, das ihr Freund gemacht hat. Sängerin, Foto und Schallplatte werden zu Ikonen der Rockmusik und des Feminismus. Politisches Engagement und künstlerische Arbeit bleiben auch in den nächsten Jahrzehnten eng verschränkt. Vor einiger Zeit hat die Künstlerin einen Song über die unselige Eroberung und Besatzung des Irak aufgenommen: „Oh Bagdad/Mittelpunkt der Welt/Aschenstadt/Mit ihren großen Moscheen/Die aus dem Mund Gottes hervorbrechen/Sich aus der Asche erheben wie/Ein gefleckter Vogel…“

Wer ist die Gesuchte?

*OK, da ist mittlerweile ein Foto.

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