Widmung (Erich Fried)

Juni 12, 2009 § 4 Kommentare

Schreiben
um zu leben
wäre fast so arg
wie leben
um zu schreiben

aber etwas
noch schreiben
um es dann
dir
zeigen zu können

könnte einem fast
doch noch
leben helfen

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§ 4 Antworten auf Widmung (Erich Fried)

  • fin sagt:

    Ja, …

    Bevor ich sterbe,
    möchte ich Worte finden,
    die mich neu erschaffen
    und so erglühen,
    dass sie mir Licht spenden,
    während ich durch das Dunkel reise,
    um erneut zu beginnen,
    reicher als zuvor.
    Mit neuen Rhythmen
    will ich zurückkehren
    und dich wecken
    im Morgenrot.

  • minotaurus sagt:

    no sé si es con ritmo nuevo:

    antes de que me muero
    quiero encontrar palabras
    que me recreen
    y que llamean
    iluminandome
    cuando estoy cruzando lo oscuro
    para comenzar de nuevo
    más rico que antes.
    quiero regresar
    con nuevos ritmos
    y te dispertaré
    en la aurora.

  • minotaurus sagt:

    eher spielerei als klugscheißerei – ich fragte mich, wie würde man es denn auf spanisch (vielleicht) sagen.

    • fin sagt:

      Hallo Minotaurus,

      sorry für die späte Rückmeldung –
      deine Übersetzung hat mich schon angeregt,
      und gleichzeitig war ich etwas irritiert …

      habe ich mich doch beim letzten Besuch gefragt,
      wie du wohl dazu gekommen seiest
      (ups, Konjunktivvverwirrung „gekommen sein magst, mögest“?), die Zeilen ins Spanische zu übersetzen …

      … ohne eigentlich wissen zu können,
      si encontraste alguien que tiene bastante capaz
      para buscar un ritmo nuevo en castellano?

      Wie dem auch sei,
      ich fand heute ein paar Zeilen von dir zu Space Oddity.
      Ähnliche Gedanken habe ich mir vor Jahren auch gemacht.

      Wie lange würde ein Mensch bestehen,
      allein (im Astronautenanzug) im unendliche All ?

      Oder weiter zugespitzt …

      Was würde aus dem Menschen werden (angenommen für das physische Überleben wäre unendlich gesorgt und man genösse Unsterblichkeit.) ?

      Das Meditieren darüber war allerdings schon grenzwertig.

      Wenn die vertraute Welt mit seinen Grenzen
      uns keinen Grund mehr bietet, keine Erde,
      kein Bett, kein Stuhl, kein Baum, kein Mitmensch,
      kein Vogelsang, kein Sonnenlicht, …

      Worin würden wir einen Halt finden
      unsere menschliche Gestalt zu bewahren?

      Die Körpergrenzen wären alsbald mit der Schwerelosigkeit verschwunden.
      Man würde wahrscheinlich auf seine Erinnerungen zurückgreifen wollen/können, sich an sie klammern, um nicht zu zerbröseln …

      Aber früher oder später würde die Unendlichkeit alles aufgezehrt haben. Das Nichts hätte alles ausgehöhlt.

      Wer würde nach Hunderten von Jahren, nach Äonen, zurückkehren.
      Würde der Raumanzug noch einen Menschen bergen, einen Asteroiden, oder gar ein Monstrum?

      Schöne Grüße aus Neukölln 🙂

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