Wer war’s? (Teil 6)

Dezember 4, 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

In ihrer Jugend ist es für Frauen in Deutschland nicht möglich zu studieren, deshalb geht sie für ihr Studium der Geschichte und Philosophie in ein Nachbarland. Im Fach Geschichte wird sie dort auch promoviert. Nach dem Studium arbeitet sie zunächst als Bibliothekarin, doch dieser Beruf erfüllt sie wenig: „Seit ich die ersehnte Bibliothekarsstelle habe, leide ich an Melancholie und Lebensüberdruß!“ schreibt sie in einem Brief an eine Bekannte. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wer war’s? (Teil 5)

Dezember 3, 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Er wurde in der größten Stadt des Landes geboren, verbrachte seine frühe Kindheit aber nicht dort. Erst mit neun Jahren kehrte er in die Hauptstadt zurück, in der er zwar nicht bis zu seinem Tode lebte, die ihn aber stets beschäftigt und sein Wirken und Schreiben stark geprägt hat. Er studierte Rechtswissenschaften und nach einer Begegnung notierte ein berühmter Schriftstellerkollege über ihn: „Will Verteidiger werden.“ « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wer war’s? (Teil 4)

Dezember 1, 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf der Homepage der Poetin und Musikerin wird man von einem Bild und Zitaten eines englischen Künstlers begrüßt.* Dieser Visionär hat viele Dichter und Musiker der Nachkriegszeit (und davor) beeinflusst; auch unsere Heroine hat ihm einen Song gewidmet. Einen Teil ihrer Jugend verbrachte sie im Ausland, in Europa. Dort begann sie in den Sechzigerjahren auch mit dem Schreiben. Ihre Mutter war tief religiös und auch in den Texten der Künstlerin finden sich immer wieder biblische Motive. Mit sechzehn beginnt sie in einer Fabrik zu arbeiten. Es sind harte Monate: Nach einer Schwangerschaft gibt sie ihr Kind zur Adoption frei. Kurze Zeit später bricht sie eine Ausbildung als Lehrerin ab. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wer war’s? (Teil 3)

November 29, 2007 § Ein Kommentar

„Ich wage zu sagen, dass es dieser Mann verdient, dass man eher ihm glaubt als dieser Bande von Epressern, die Sie hier im Zeugenstand gesehen haben.“ So der Verteidiger vor Gericht. Sein Mandant, der hier Gesuchte, hatte ursprünglich ein Verfahren wegen Rufmords angestrengt und findet sich schließlich selbst in der Position des Angeklagten wieder. Und das in gleich zwei Verfahren: sein Gegner ist einflussreich, und sowohl das politische Establishment als auch die Gesetzgebung der Zeit ist gegen ihn. Er gibt sein Vergehen zwar nicht zu, verteidigt die ihm vorgeworfene verbotene Leidenschaft aber in typischer brillanter Dialektik als spirituelle Notwendigkeit, als Verehrung der Schönheit selbst: „Es ist eine tiefe geistige Zuneigung, die so rein wie perfekt ist. Sie bringt notwendig große Kunstwerke hervor, die von ihr erfüllt sind, wie die Shakespeares und Michelangelos, und eben diese meine beiden Briefe. In diesem Jahrhundert wird sie missverstanden, so sehr missverstanden… aus diesem Grund stehe ich jetzt hier. Sie ist schön, sie ist herrlich, sie ist die edelste Form der Zuneigung.“ Nicht nur die inkriminierenden Briefe sitzen hier gleichsam zusammen mit dem Dichter auf der Anklagebank, sondern auch sein veröffentlichtes Werk sowie der ganze „unmoralische“ Lebenswandel eines Mannes, der immer gefordert hatte, dass Kunst und Leben sich durchdringen sollten. Doch der Versuch des Dichters, die Gegenseite als Rufmörder und korrupte Erpresser hinzustellen, scheitert schließlich. Zwar können sich die Geschworenen im ersten Verfahren nicht auf ein Urteil einigen, doch in der Wiederaufnahme erhält der Gesuchte eine schwere Zuchthausstrafe. Wer war’s?

Wer war’s? (Folge 2)

November 19, 2007 § 2 Kommentare

Sein Satz „Wir Feuilletonisten überleben uns nicht“ traf leider nur zu gut auf ihn selbst zu. Denn schon bald nach seinem Tod geriet der Journalist, Gourmet und Feingeist mit den französischen Wurzeln in Vergessenheit. Heute gilt er noch oft als kulturkonservative, bzw. light- oder vielmehr „légère-Variante“ eines berühmteren, politisch viel weiter links stehenden Kollegen, von dem er übrigens bewundert wurde (und der seine Liebe zu Frankreich teilte). Dabei hatte der Gesuchte, vor allem noch in der Zeit der Monarchie, fein gedrechselte Anekdoten und Prosaminiaturen geschaffen und sich auch als, freilich umstrittener, Kunstkritiker einen Namen gemacht.

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Wer war’s? (Folge 1)

Januar 14, 2007 § Ein Kommentar

Zu Lebzeiten war der gesuchte Schriftsteller, Dichter und Maler zwar populär, vor allem bei jungen Leuten, wurde aber nicht als seriöser Schriftsteller gesehen. Erst später wurde er in den Kanon aufgenommen. Er stammt aus den eher ärmlichen Verhältnissen: seine Eltern waren Einwanderer aus dem Nachbarland. Bis er sechs Jahre alt war, konnte er die Sprache des Landes, in dem er lebte, nicht sprechen.

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